Gemeinsam einsam?
Wenn Pflege zur Isolation führt.

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Für pflegende Angehörige ist das leider keine Seltenheit! Der Weg dahin verläuft oft schleichend. Anfangs ist der Freundeskreis noch da. Dann wird die Pflege aufwendiger. Das zu pflegende Familienmitglied kann nicht mehr allein bleiben und eigene Freizeit-Termine müssen immer öfter verschoben oder abgesagt werden.

Machen wir uns nichts vor, Pflege ist ein Vollzeitjob. Um diesen Isolation-Teufelskreis zu durchbrechen haben wir Ihnen wertvolle Tipps und Anlaufstellen zusammengetragen, die Abhilfe schaffen können. 

1. Sprechen Sie offen über Ihre Situation.

Familiäre Pflege scheint immer noch ein Tabuthema in unserer Gesellschaft zu sein. In den seltensten Fällen wird offen darüber gesprochen, was die Pflege eines geliebten Menschen den Angehörigen abverlangt. So kommt es vor, dass auch das Umfeld von der Pflegesituation verunsichert ist. „Möchte sie über ihren Papa reden oder hat sie schon genug davon? Sollte ich vielleicht so tun als wenn nichts wäre?“. Gehen Sie offen mit Ihrer Situation um und räumen Sie Vorurteile aus. Machen Sie nicht den Fehler so ein schweres Thema alleine bewältigen zu wollen. Versuchen Sie Ihr Umfeld aktiv mit einzubeziehen und sprechen Sie mit Ihren Mitmenschen darüber, was die Pflege Ihnen abverlangt. Das wird Ihnen helfen den Teufelskreis zu durchbrechen und sich selbst nicht aus dem Blick zu verlieren.

2. Sie sind nicht allein.

Pflege geht uns alle an. Neben dem Austausch im persönlichen Umfeld, kann auch Kommunikation mit Menschen in ähnlichen Situationen helfen sich eventuellen Frust und Sorgen von der Seele zu reden. Sie werden sehen, es gibt viele Gleichgesinnte, egal ob on- oder offline. Der Vorteil von Online-Gruppen ist vor allem die zeitliche Flexibilität. Denn Pflege kennt nur bedingt fixe Pläne und Zeiten.

3. Schaffen Sie sich freie Zeit.

Nehmen Sie sich Zeit für sich. Oftmals ist Ihr Umfeld sehr hilfsbereit! Beziehen Sie alle Mitglieder der Familie mit ein. Pflege ist kein Job für nur eine Person. Denken Sie daran Ihre freien Zeitfenster, wenn möglich, vorher mit allen Mitgliedern abzusprechen. Sollte dies nicht möglich sein, könnten Sie über professionelle Hilfe nachdenken.

4. Es gibt für alles einen Fachmann.

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Beratungsstellen, bestimmt auch in Ihrer Nähe. Trauen Sie sich einen Teil der Pflege einem Dritten zu überlassen. Vertrauen ist hier natürlich besonders wichtig. Sammeln Sie im Vorhinein alle Fragen und kommunizieren Sie eventuelle Sorgen. Es gibt keine Tabus beim Thema Pflege. Nur ein- bis zweimal Unterstützung in der Woche, egal ob für ein paar Stunden oder ganztägig, kann enorm entlasten. Viele Beratungsstellen bieten Hausbesuche an. So lässt sich in gewohnter Umgebung über individuelle Lösungen nachdenken.

5. Isolation ist keine Einbahnstraße.

Es gibt eine Vielzahl an Anlaufstellen, um Ihre Situation zu ändern. Solange der soziale Austausch untereinander im Vordergrund steht, tun Sie genau das Richtige. Selbsthilfegruppen oder Angehörigenkreise können Ihnen einen sicheren Ort bieten, um Erfahrungen auszutauschen. Beratungsstellen, Wohlfahrtsverbände oder Pflegedienste finde Sie in den meisten Fällen lokal und nicht weit von Ihrem Wohnort entfernt, hier finden regelmäßig Veranstaltungen rund um das Thema Pflege statt. Auch Kurse an der Volkshochschule, Buchclubs oder ein neues Hobby können Ihnen helfen. Hören Sie auf Ihr Gefühl.

Eine Vielzahl an Initiativen zum Austausche finden Sie bspw. unter:

Event Tipp: Woche der pflegenden Angehörigen

„Die Woche der pflegenden Angehörigen in Berlin ist eine Kulturwoche für pflegende Angehörige mit zwei Schwerpunkten:

Wertschätzung und Anerkennung: Obwohl pflegende Angehörige einen unschätzbaren Beitrag für unser Gemeinwesen leisten, wird ihre Arbeit von der Öffentlichkeit noch nicht ausreichend wahrgenommen. Gesellschaftliche Anerkennung ist aber die notwendige Basis um pflegende Angehörige mit Beratung und weiterer Unterstützung zu erreichen und sie somit zu entlasten. Daher hat Berlin die Woche der pflegenden Angehörigen geschaffen. Gemeinsam durch ein breites Bündnis Berliner Einrichtungen organisiert und unterstützt, koordiniert die Fachstelle für pflegende Angehörige alle zwei Jahre diese Kulturwoche für pflegende Angehörige.

Gesundheitsförderung: Als gesundheitsförderndes Konzept ist die Woche der pflegenden Angehörigen in Deutschland einmalig. Auszeiten nehmen und den Fokus regelmäßig auf sich selbst zu setzen sind wichtige Elemente zur Gesundheitsförderung und Stressreduktion pflegender Angehöriger. Dies im Pflegealltag umzusetzen ist nicht einfach.Die Woche der pflegenden Angehörigen setzt mit kostenfreien kulturellen Veranstaltung hier an und will den Teilnehmer*innen zeigen, dass es sich lohnt, sich eine Auszeit zu organisieren und in Kontakt mit anderen pflegenden Angehörigen zu treten.“

Link: Woche der pflegenden Angehörige

Blog Tipps:

Es gibt eine Vielzahl an wichtigen und hilfreichen Blogs, die persönliche Einblicke in den Alltag von Pflege bieten. An dieser Stelle möchten wir Alzheimer und wir empfehlen. Der Beitrag mit dem Titel Liebe Mama, bist du einsam? beleuchtet sehr wichtige persönliche Aspekte.

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Wichtige Links zu diesem Thema: Zeit Online, Welt, Tagesspiegel

Zusammengefasst

Versuchen Sie sich nicht vollkommen von der Pflege einnehmen zu lassen. Wir wissen wie schwer das im Alltag ist, aber denken Sie auch an sich. Es gibt Möglichkeiten, die Sie nutzen können und sollten.

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